Burnout

Wieder Kraft finden,
ohne noch mehr zu leisten

Erschöpfung ist kein Versagen – sie ist ein Signal.

Jürgen Kühn

Psychologe (M.Sc.) · Heilpraktiker für Psychotherapie

Worum es geht

Wenn nur noch das Funktionieren übrig ist

Es beginnt selten mit einem Zusammenbruch. Es beginnt damit, dass der Feierabend nicht mehr erholt. Dass man abends erledigt ist, ohne sagen zu können, wovon. Dass Dinge, die früher Freude gemacht haben, nur noch als weiterer Punkt auf der Liste erscheinen. Und dass man trotzdem weitermacht – weil es ja irgendwie geht.

Burnout kommt schleichend. Genau das macht es so tückisch: Weil jeder einzelne Tag noch zu schaffen ist, fällt nicht auf, dass die Reserven seit Monaten nicht mehr aufgefüllt werden. Sichtbar wird es meist erst, wenn der Körper mitredet – über Schlafstörungen, Verspannungen, Infekte, die nicht ausheilen wollen.

Wichtig zu wissen: Burnout ist keine eigenständige Krankheitsdiagnose. In der internationalen Klassifikation ICD-11 steht es als Phänomen im Zusammenhang mit anhaltender Belastung – nicht als Charakterschwäche und nicht als Zeichen mangelnder Belastbarkeit. Betroffen sind auffallend häufig genau die Menschen, die viel können, viel geben und lange durchhalten.

Ausgebrannt ist nicht, wer zu wenig kann. Ausgebrannt ist, wer zu lange zu viel gegeben hat.

Erekennen Sie sich wieder?

Zwei Seiten derselben Erschöpfung

Ein Teil davon ist körperlich spürbar, ein anderer zeigt sich erst daran, wie der Alltag aussieht. Je mehr Fragen Sie mit Ja beantworten, desto näher ist das Thema.

Wie es sich anfühlt

Körperlich · spürbar

  • Fühlen Sie sich leer und kraftlos, wie ausgebrannt?
  • Schlafen Sie schlecht ein oder wachen zu früh wieder auf?
  • Sind Sie gereizter als früher, ohne es zu wollen?
  • Stehen Sie ständig unter Spannung, auch nach Feierabend?
  • Melden sich Rücken, Kopf oder Magen häufiger als sonst?

Wie der Alltag aussieht

Innerlich · seelisch

  • Haben Sie das Gefühl, nur noch zu funktionieren?
  • Wird Ihnen alles einfach zu viel?
  • Sind Sie zu erschöpft für alles, was Freizeit heißt?
  • Machen Sie schon länger nicht mehr, was Sie eigentlich gern tun?
  • Kommt Ihnen eine Pause vor wie Zeitverschwendung?

Der eigentliche Mechanismus

Warum Weitermachen zum Symptom gehört

Nicht mehr zu spüren, wie viel es kostet, ist kein Nebeneffekt – es ist ein Teil des Symptoms.

Die stillen Sätze

Was dabei innerlich mitläuft

Diese Sätze spricht kaum jemand aus. Sie laufen so selbstverständlich mit, dass sie sich wie die eigene Vernunft anhören:

„Ich muss stark sein."

„Ich muss es alleine hinbekommen."

„Zuerst muss die Arbeit fertig werden."

„Ich bin schuld, wenn etwas schiefläuft."

„Nur mit Leistung werde ich akzeptiert."

„Ich möchte immer die Kontrolle behalten."

Von außen kommt dazu oft gut gemeinter Rat, der nichts besser macht: „Mach doch mal Urlaub." „Du musst besser abschalten." „Delegier halt mehr." Wer so denkt wie oben, kann genau das nicht – nicht aus Unwillen, sondern weil diese Sätze schneller sind als jeder Vorsatz. In der Beratung machen wir sie zuerst wieder sichtbar.

Wo die Arbeit anfängt

Der Wert, der an der Leistung hängt

Wer seinen Wert an Leistung knüpft, wird nie fertig sein.

Mein Ansatz

Wie wir hier mit Burnout arbeiten

1 · Erst einmal Druck herausnehmen

Bevor irgendetwas verstanden wird, braucht es Entlastung. Wir schauen, was sich kurzfristig abgeben, verschieben oder streichen lässt – und Sie lernen Entspannungsübungen, die auch an vollen Tagen funktionieren.

2 · Die inneren Antreiber sichtbar machen

Wir sehen uns an, welche Sätze Ihr Tempo bestimmen und woher sie stammen. Was einmal ausgesprochen ist, verliert einen guten Teil seiner Selbstverständlichkeit – und wird verhandelbar.

3 · Wieder spüren lernen

Nach langer Zeit im Funktionieren ist der Zugang zu den eigenen Gefühlen oft schmal geworden. Wir üben, früher zu bemerken, was Ihnen guttut und was Sie kostet – lange bevor der Körper es übernehmen muss.

4 · Zurück in den Alltag

Zum Schluss kommt alles dorthin, wo es wirken soll: in echte Feierabende, echte Pausen, echte Grenzen. Das Ziel ist nicht weniger Leben, sondern eines, in dem Sie selbst wieder vorkommen.

Nicht zu verwechseln mit einer Depression

Burnout und Depression fühlen sich von außen ähnlich an – erschöpft, freudlos, kraftlos. Der Unterschied liegt im Selbstbild: Bei einer Depression gerät der eigene Wert selbst ins Wanken („Ich bin nichts wert“). Beim Burnout stimmt das Selbstbild im Kern – es sind die Prioritäten, die sich verschoben haben, bis für einen selbst nichts mehr übrig blieb.

Das ist ein guter Grund, hinzusehen statt abzuwarten: Was hier verschoben ist, lässt sich zurückschieben.

Was Sie gewinnen

Was sich löst, wenn der Druck nachlässt

Es kostet enorm viel Kraft, dauerhaft über der eigenen Grenze zu arbeiten. Der andere Weg ist angenehmer – herausfinden, woher der Druck kommt, und ihn abbauen:

Abends wirklich Feierabend haben Nein sagen ohne schlechtes Gewissen Wieder durchschlafen Pausen machen, ohne sie zu rechtfertigen Aufgaben abgeben können Weniger gereizt reagieren Wieder Lust auf Freizeit Kraft für sich selbst übrig haben

Es geht nicht darum, weniger zu leisten. Es geht darum, dass Sie sich dabei nicht mehr selbst verlieren.

„Es gibt Wichtigeres im Leben, als nur sein Tempo zu beschleunigen."

Mahatma Gandhi

Der erste Schritt

Sie müssen nicht erst zusammenbrechen

Der häufigste Satz, den ich zu Burnout höre, lautet: „So schlimm ist es noch nicht.“ Das mag stimmen – und genau deshalb ist jetzt der beste Zeitpunkt. Ein paar Zeilen über das Kontaktformular genügen für den Anfang. Wenn der Weg in die Praxis gerade nicht in Ihren Tag passt, beginnen wir per Telefon oder Video. Auf Termine warten Sie hier nicht monatelang.