Jürgen Kühn
Psychologe (M.Sc.)
Worum es geht
Die meisten Menschen, die zu mir kommen, können sich hervorragend organisieren. Kalender, Listen, Prioritäten – all das ist da. Was fehlt, ist etwas anderes: das Gegenstück. Der Zustand, in dem nichts geleistet werden muss und trotzdem alles in Ordnung ist.
Stress entsteht nämlich nicht durch Anstrengung. Er entsteht durch ein dauerhaftes Ungleichgewicht zwischen Anspannung und Erholung – und zwar unabhängig davon, wie viel tatsächlich auf dem Tisch liegt. Zwei Menschen mit derselben Arbeitslast können sich völlig unterschiedlich fühlen. Der Unterschied liegt nicht in der Aufgabe, sondern darin, ob es einen Ort gibt, an dem die Spannung wieder abfällt.
Deshalb hilft es meist wenig, sich noch besser zu strukturieren. Ein perfekter Plan verkürzt keinen einzigen Anspannungszustand. Wir schauen stattdessen dorthin, wo die Spannung entsteht – und wo sie hinsoll.
Man gewöhnt sich an fast alles. Auch daran, dass es zu viel ist.
Erekennen Sie sich wieder?
Dauerstress zeigt sich in zwei Gestalten. Die erste ist noch voller Energie und fällt kaum jemandem auf – am wenigsten dem Betroffenen selbst. Die zweite kommt später.
Eher angetrieben · nicht abschaltend
Eher aufgebraucht · nicht mehr aufladend
Die beiden Karten sind keine Alternativen, sondern eine Reihenfolge: Wer lange genug weiterfunktioniert, landet irgendwann im zweiten Zustand. Erkennen Sie sich vor allem rechts wieder, lohnt zusätzlich ein Blick auf die Seite Burnout.
Was darunter liegt
Je schwerer es Ihnen fällt, eine Pause zu machen, desto nötiger haben Sie sie.
Die stillen Sätze
Kaum jemand entscheidet sich bewusst gegen Erholung. Sie wird verschoben – mit Sätzen, die so vernünftig klingen, dass sie nie hinterfragt werden:
„Ich kann jetzt nicht ausfallen.“
„Ich bin nur ein bisschen müde.“
„Andere schaffen das doch auch.“
„Dafür habe ich gerade keine Zeit.“
„Das habe ich mir noch nicht verdient.“
„Wenn das hier vorbei ist, wird es ruhiger.“
Im Gespräch schauen wir uns an, welcher dieser Sätze bei Ihnen läuft und woher er kommt.
Der blinde Fleck
Wir geben in der Freizeit viel Geld dafür aus, dem Stress zu entkommen – Kurzreisen, Wellness, Anschaffungen, die endlich Ruhe bringen sollen. Das ist nicht falsch und tut oft gut. Nur hält es selten länger als das Wochenende. Denn was zurückbleibt, ist dasselbe Muster, das die Anspannung erzeugt hat.
Besonders schwer tun sich Menschen, die dauerhaft für andere mitdenken: im Beruf, in der Familie, im Freundeskreis. Sie planen alles – nur sich selbst nicht ein. Und weil das nie gelernt wurde, rutscht die eigene Erholung bei der ersten Gelegenheit wieder aus dem Blick. Wer hier ansetzen will, findet auf der Seite Selbstbewusster werden den passenden Anschluss.
Ein Kernpunkt meiner Arbeit ist daher immer Ihre emotionale Situation. Gefühle, die dauerhaft weggedrückt werden, verschwinden nicht – sie kosten Kraft. Das Unterdrücken selbst erzeugt Anspannung. Wer wieder wahrnehmen kann, was gerade eigentlich los ist, hat schon einen Teil der Last abgelegt, bevor irgendetwas verändert wurde.
Erholung lässt sich nicht kaufen. Nur einräumen.
Mein Ansatz
Es gibt kein einzelnes Rezept gegen Stress, weil es keine einzelne Ursache gibt. Bei dem einen liegt sie darin, dass er sich schlecht abgrenzen kann; bei der nächsten daran, dass sie nicht weiß, wofür sie das alles eigentlich tut. Deshalb arbeite ich mit vier Ansatzpunkten – und wir finden gemeinsam heraus, welche davon für Sie tragen.
Der Anfang ist einfacher als gedacht
Bevor irgendetwas verändert wird, kommt das Wahrnehmen: wieder zu bemerken, was der Körper meldet, welche Gedanken gerade laufen und wie sich das anfühlt. Das klingt unspektakulär und ist doch der Punkt, an dem die meisten den größten Unterschied bemerken.
Denn eine Anspannung, die man kommen spürt, lässt sich beeinflussen. Eine, die man erst am Abend als Erschöpfung bemerkt, nicht mehr.
Was Sie gewinnen
Nicht alles wird ruhiger – der Terminkalender bleibt zunächst derselbe. Was sich ändert, ist, was er mit Ihnen macht:
Und irgendwann fällt Ihnen auf, dass Sie einen ganzen Abend lang nicht daran gedacht haben, was morgen ansteht.
Friedrich von Schiller
Der erste Schritt
Die meisten kommen erst, wenn es nicht mehr anders geht. Früher ist deutlich leichter – und braucht in der Regel auch weniger Zeit. Ein paar Zeilen über das Kontaktformular genügen für die Terminanfrage. Wenn der Weg in die Praxis gerade nicht in Ihren Tag passt, beginnen wir per Telefon oder Video.