Kopflastigkeit

Weniger denken,
mehr spüren

Der Kopf hat gelernt, alles zu übernehmen – auch das, wofür er gar nicht zuständig ist.

Jürgen Kühn

Psychologe (M.Sc.)

Worum es geht

Wenn der Kopf alles übernimmt

Denken ist eine großartige Fähigkeit. Es löst Aufgaben, ordnet Zusammenhänge, plant voraus. Nur ist es in den letzten Jahrzehnten zu etwas geworden, das kaum noch aufhört – und sich inzwischen auch um Dinge kümmert, bei denen es gar nicht weiterhilft.

Kopflastigkeit heißt: Der Kopf hat die Führung übernommen, auch dort, wo eigentlich das Spüren zuständig wäre. Was tut mir gut? Was brauche ich gerade? Mag ich diesen Menschen? Solche Fragen lassen sich nicht ausrechnen. Sie werden gefühlt – oder sie bleiben unbeantwortet.

Dieses Thema zieht sich durch fast alle Anliegen, mit denen Menschen zu mir kommen. Es ist einer der Schwerpunkte meiner Praxis: sich der eigenen Kopfbetontheit erst einmal bewusst zu werden – und sie dann Schritt für Schritt zurückzunehmen, zugunsten von etwas anderem, das dabei lange zu kurz gekommen ist.

Denken kann vieles klären.
Nur nicht, wie es Ihnen gerade geht.

Erekennen Sie sich wieder?

Zwei Arten, im Kopf zu sein

Kopflastigkeit fällt selten als solche auf. Sie wirkt eher wie Gründlichkeit, wie Verantwortungsgefühl, wie Vernunft. Meist zeigt sie sich auf eine von zwei Weisen – oft auf beide.

Das Kreisen

Nach innen gerichtet · ohne Ausgang

  • Drehen sich Gedanken bei Ihnen oft im Kreis, ohne zu einem Ende zu kommen?
  • Denken Sie Gespräche hinterher noch einmal durch – und anders?
  • Liegen Sie abends wach, obwohl der Tag längst vorbei ist?
  • Spielen Sie durch, was alles passieren könnte, bevor etwas passiert ist?
  • Haben Sie das Gefühl, erst denken zu müssen, bevor Sie etwas fühlen dürfen?

Das Beobachten

Nach außen gerichtet · sich selbst prüfend

  • Fragen Sie sich häufig, was andere gerade über Sie denken?
  • Überlegen Sie erst, ob Sie etwas dürfen, statt zu merken, ob Sie es wollen?
  • Beobachten Sie sich selbst, während Sie in einem Gespräch sind?
  • Fällt Ihnen die Antwort auf „Was möchtest du?" schwerer als die auf „Was wäre vernünftig?"
  • Merken Sie erst hinterher, dass Ihnen etwas gegen den Strich ging?

Wie es dazu kommt

Antrainiert, nicht angeboren

Was trainiert wird, wächst. Was nicht trainiert wird, bildet sich zurück.

Die Dauerschleife

Sätze, die nicht aufhören

Kopflastigkeit klingt von innen meist so – und zwar so vertraut, dass man diese Sätze gar nicht mehr als Sätze bemerkt.

„Darf ich das überhaupt?"

„Was könnte alles passieren?"

„Ich schaffe es sowieso nicht."

„Das muss ich jetzt zu Ende denken."

„Was denkt der andere gerade über mich?"

„Erst wenn alles erledigt ist, komme ich dran."

Keiner dieser Sätze löst das, was er zu lösen vorgibt. Sie halten das Denken nur in Gang. Sie zu bemerken, während sie laufen, ist bereits der erste Schritt hinaus.

Ein Thema, drei Wege

Wo mir Kopflastigkeit begegnet

Man kann nicht gleichzeitig denken und empfinden.

Mein Ansatz

Drei Schritte aus dem Dauer-Denken

1 · Bemerken, dass gedacht wird

2 · Das Kreisen unterbrechen

3 · Freundlicher mit sich denken

Das Wichtigste zuerst

Es geht nicht gegen den Verstand. Ihr Denkvermögen bleibt Ihnen vollständig erhalten – Sie gewinnen lediglich etwas dazu, das danebengelegen hat.

Und es geht nicht schneller, wenn man sich anstrengt. Das wäre nur wieder Kopfarbeit. Es geht dadurch, dass Sie öfter merken, was gerade passiert.

Was Sie gewinnen

Wenn der Kopf wieder leiser wird

Nicht schlagartig und nicht als große Umstellung. Eher als etwas, das Ihnen irgendwann nebenbei auffällt:

Abends wirklich abschalten Leichter einschlafen Aus dem Bauch entscheiden Weniger grübeln Merken, was Sie brauchen Nein sagen können Sich weniger prüfen Auch mal nichts tun

Und irgendwann fällt Ihnen auf, dass es innen gerade still ist – ohne dass Sie etwas dafür getan hätten.

„Sie kommen Ihrem eigentlichen Ich nur nahe, wenn der Verstand still steht."

Der erste Schritt

Anfangen, ohne es zu durchdenken

Für dieses Thema braucht es keine Krise – nur den Verdacht, dass es im Kopf zu voll geworden ist. Ein paar Zeilen über das Kontaktformular genügen für die Terminanfrage. Wenn der Weg in die Praxis gerade nicht in Ihren Tag passt, beginnen wir per Telefon oder Video.