Trennung und Scheidung

Ein Abschied, der
wirklich abschließt

Trennungsberatung heißt nicht, sich zu trennen – sondern zu wissen, was Sie tun und warum.

Jürgen Kühn

Psychologe (M.Sc.) · Paartherapeut

Worum es geht

Niemand bringt uns bei, wie man geht

Fast jede zweite Ehe wird geschieden, bei unverheirateten Paaren dürfte es noch häufiger sein. Über das Zusammenkommen ist alles gesagt – über das Auseinandergehen fast nichts. Uns hat niemand beigebracht, wie das geht. Und schon gar nicht, wie viel davon abhängt, dass es gut geht.

In meiner Praxis erlebe ich beides. Paare, die zusammenbleiben, obwohl längst nichts mehr trägt – ein Nebeneinanderher, manchmal ein Gegeneinander, das mit Leben nicht mehr viel zu tun hat. Und Menschen, die sich vor Jahren getrennt haben und merken, dass die Sache nie wirklich zu Ende gebracht wurde.

Trennungsberatung bedeutet deshalb nicht, dass ich Ihnen zur Trennung rate. Sie bedeutet: hinschauen, verstehen – und falls es zu Ende geht, es so zu Ende bringen, dass Sie damit weiterleben können.

Ungeklärte Trennungen holen einen ein.

Wo Sie gerade stehen

Zwei sehr verschiedene Ausgangspunkte

Menschen kommen mit diesem Thema an ganz unterschiedlichen Stellen zu mir – und brauchen dann auch Unterschiedliches. Schauen Sie einmal, welche der beiden Listen Ihnen näher ist.

Noch nicht entschieden

Zweifel · Hin und Her

  • Führen Sie seit Jahren dieselben Gespräche – ohne dass sich etwas bewegt?
  • Bleiben Wertschätzung und echtes Interesse aus, obwohl Sie es angesprochen haben?
  • Erschrecken Sie bei der Vorstellung, es bliebe für immer genau so?
  • Halten Sie vor allem wegen der Kinder, des Hauses oder der Gewohnheit fest?
  • Wissen Sie nicht mehr, ob noch Liebe da ist – oder nur noch Verantwortung?

Die Entscheidung ist gefallen

Ablösung · Neuanfang

  • Ist alles gesagt – und trotzdem fühlt es sich unfertig an?
  • Werden aus organisatorischen Gesprächen immer wieder alte Vorwürfe?
  • Kommt der Schmerz in Wellen zurück, obwohl längst entschieden ist?
  • Möchten Sie verstehen, warum es überhaupt so weit gekommen ist?
  • Fürchten Sie, beim nächsten Mal in dasselbe hineinzugeraten?

Ehrlich hinsehen

Wann es Zeit ist, sich das einzugestehen

Wenn mich jemand fragt, ob es noch Sinn hat, schaue ich auf vier Dinge: Bekommen Sie Wertschätzung? Zeigt Ihr Partner echtes Interesse an Ihnen? Gibt es innere Gemeinsamkeiten – eine ähnliche Richtung, ähnliche Werte? Und ist da noch Liebe? Wenn Sie das über einen längeren Zeitraum immer wieder angesprochen haben und sich in keinem dieser Punkte etwas rührt, dann ist es Zeit, ehrlich zu werden.

Stellen Sie sich einen Moment lang vor, es bliebe genau so. Nicht noch ein halbes Jahr, sondern Tag für Tag, Jahr für Jahr, bis zum Schluss. Die meisten Menschen erschrecken bei dieser Vorstellung. Dieses Erschrecken ist bereits eine Antwort. Man muss ihr nicht sofort folgen – aber man sollte sie nicht wegschieben.

Viele bleiben wegen der Kinder. Der Gedanke ist ehrenwert, geht aber oft an dem vorbei, was Kinder wirklich brauchen: von beiden Eltern geliebt zu werden – nicht zwingend unter einem Dach. Kinder spüren Disharmonie sehr genau, auch die schweigende. Und sie gehen irgendwann ihren eigenen Weg, während Sie mit dem zurückbleiben, was Sie sich zu zweit aufgebaut haben. Das heißt nicht, dass eine Trennung die Antwort ist. Es heißt nur: Kinder sind kein Grund, gar nicht erst hinzuschauen.

Und dann ist da die Angst vor dem Danach. Reicht das Geld? Komme ich allein zurecht? Diese Fragen sind berechtigt, und wir schauen sie uns konkret an, statt sie zu verdrängen. Was dabei leicht übersehen wird: Wer über Jahre in Gewohnheit und Abhängigkeit festhält, erkennt oft den Menschen nicht, der wirklich passen würde. Er geht einfach vorüber. Das ist die stillste Form von Verlust.

Die stillen Sätze

Was in solchen Zeiten mitläuft

Ausgesprochen wird das selten. Im Erstgespräch kommt es dann oft in einem einzigen Satz: wiederentdecken.

„War das jetzt alles?"

„Ich will niemandem wehtun."

„Was ist, wenn ich es später bereue?"

„Ohne mich kommt er nicht zurecht."

„Ich weiß nicht mehr, wofür ich bleibe."

„Ich habe keine Kraft mehr für noch einen Versuch."

Diese Sätze müssen nicht sofort beantwortet werden. Aber sie sollten einmal jemand hören – auch Sie selbst.

Mein Ansatz

Wie ich Sie dabei begleite

Ich entscheide nichts für Sie

Weder zur Trennung noch zum Bleiben wird hier geraten. Ich sorge dafür, dass Sie klar sehen, was ist – damit die Entscheidung wirklich Ihre eigene ist und Sie später dahinterstehen können.

Verstehen, bevor Sie gehen

Wir schauen an, was zu dieser Verbindung geführt hat und woran sie zerbrochen ist. Wer das versteht, trägt weniger Groll, trauert kürzer – und nimmt das alte Muster nicht mit in die nächste Beziehung.

Auch danach nicht allein

Die Begleitung endet nicht mit der Entscheidung. Danach geht es um das Verarbeiten, um den Neuanfang allein – und darum, welche Kriterien Ihnen bei einer neuen Partnerwahl wirklich wichtig sind.

Wenn jemand fremdgeht

Fremdgehen ist selten der Anfang eines Problems. Meistens ist es ein sehr lautes Zeichen dafür, dass schon länger etwas nicht stimmt – und es sagt vor allem etwas über den Zustand desjenigen aus, der geht, nicht über den Wert des anderen.

Deshalb behandle ich es hier nicht als moralische Frage, sondern als Wendepunkt. Es lässt sich verstehen, es lässt sich manchmal auch überstehen – und es kann der Moment sein, in dem jemand zum ersten Mal ehrlich ausspricht, was er vom Leben eigentlich noch will.

Was Sie gewinnen

Was eine Begleitung verändert

Die Zeit, die eine Trennung braucht, kann ich nicht abkürzen. Was sich aber spürbar ändert, wenn jemand dabei nicht allein ist:

Ohne großen Groll auseinandergehen Verstehen, warum es so kam Den Trennungsschmerz nicht endlos ziehen Aufhören, sich im Kreis zu drehen Kinder aus dem Konflikt halten Das eigene Ich wiederfinden Für die nächste Beziehung lernen Wieder nach vorn schauen können

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

„Eine Trennung endet nicht mit dem Auszug. Sie endet, wenn Sie verstanden haben, was geschehen ist."

Jürgen Kühn

Der erste Schritt

Sie müssen noch nichts entschieden haben

Sie kommen allein – das ist bei diesem Thema der Normalfall. Wir schauen an, wo Sie stehen, was Sie brauchen und was als Nächstes dran ist. Ob daraus ein Abschied wird oder noch einmal ein Anfang, entscheiden Sie. Auf Wunsch geht das Gespräch auch bequem von zuhause aus, per Telefon oder Video. Melden Sie sich gern über das Kontaktformular.