Jürgen Kühn
Psychologe (M.Sc.) · Paartherapeut
Warum es so wichtig ist
Zwei Menschen wollen Tag für Tag, Jahr für Jahr, vielleicht ein ganzes Leben miteinander verbringen. Und wenn man genauer hinschaut, wissen sie oft erstaunlich wenig voneinander – nicht über Termine und Vorlieben, sondern über das, was den anderen innerlich bewegt. Aus dem, was ich täglich erlebe, ist das einer der Hauptgründe für die hohe Trennungsrate.
Denn über jemanden Bescheid zu wissen ist etwas anderes, als ihn zu verstehen. Und Verstehen ist noch einmal etwas anderes als Sich-Hineinfühlen. Viele Paare bemerken diesen Unterschied erst, wenn es schwierig wird – und stellen dann fest, dass ihnen die Worte füreinander fehlen.
Diese Seite ist als ehrlicher Selbst-Check gedacht. Kein Test mit Punktzahl, sondern ein paar Fragen, die Sie sich auch allein stellen können – in Ruhe und ohne dass jemand mithört.
Vertrautheit ist noch keine Nähe.
Der Unterschied
Im Alltag fühlt sich beides ähnlich an. In Wahrheit liegen Welten dazwischen. Gehen Sie die beiden Listen einmal in Ruhe durch – ehrlich, ohne zu beschönigen.
Vertrautheit · Alltag
Nähe · Innenleben
Die Grundlagen
Wenn mich jemand fragt, wie die Chancen stehen, schaue ich auf wenige Dinge. Das erste ist Liebe – und zwar wirklich Liebe, nicht nur Gefühle. Gefühle entstehen immer, wenn Menschen lange zusammenleben, auch dann, wenn sie nicht zusammenpassen. Liebe fühlt sich anders an, und die meisten wissen sehr genau, ob sie noch da ist.
Dazu gehört, über Gefühle und über Bedürfnisse sprechen zu können – regelmäßig, nicht erst in der Krise. Das ist keine Technik, sondern Übung. Viele haben es nie gelernt und halten ihr Schweigen sogar für Rücksicht.
Und es braucht seelische Gemeinsamkeiten: eine ähnliche Richtung, ähnliche Werte, das Gefühl, in den wichtigen Dingen verstanden zu werden. Dazu Eigenschaften am anderen, die Sie ehrlich schätzen – nicht weil sie nützlich sind, sondern weil sie zu dem Menschen gehören, für den Sie sich entschieden haben. Wer den anderen nie richtig kennengelernt hat, schraubt seine Ansprüche irgendwann still nach unten.
Fehlt das alles, bleibt eine Zweckgemeinschaft: zwei Menschen, die gut organisiert nebeneinanderher leben. Das kann jahrelang gutgehen. Nur war Funktionieren nie das Ziel – Sie sind ja keine Maschinen.
Die stille Frage
Ausgesprochen wird das selten – oft nicht einmal vor sich selbst. Im Erstgespräch kommt es dann in einem einzigen Satz:
„Gebe ich mich mit zu wenig zufrieden?"
„Wir funktionieren gut – aber ist das alles?"
„Ich weiß nicht mehr, was im anderen vorgeht."
„Ist da noch Liebe – oder nur noch Gewohnheit?"
„Wir sind ein gutes Team – mehr aber auch nicht."
„Wir haben uns auseinandergelebt, ohne es zu merken."
Solche Sätze sind kein schlechtes Zeichen. Meistens sind sie der Anfang davon, dass jemand wieder ehrlich hinschaut.
Mein Ansatz
Ob Sie zusammenpassen, beantworte ich Ihnen nicht – das kann niemand von außen. Ich helfe Ihnen, ehrlich hinzusehen: was noch da ist, was fehlt und was sich davon wieder entwickeln lässt. Sie können dafür auch allein kommen; wie das abläuft, steht auf der Seite Partnerschaftsberatung.
Wir trennen, was über die Jahre zusammengeworfen wurde: Liebe, Gewohnheit, Angst vor dem Alleinsein, Verantwortung für die Kinder. Vieles wird klarer, sobald es einen eigenen Namen hat.
Wer sich dauerhaft mit weniger zufriedengibt, als das Herz sich wünscht, verliert die Sehnsucht irgendwann aus den Augen. In den wesentlichen Dingen dürfen Sie anspruchsvoll bleiben.
Am Ende steht Wissen statt Hoffen. Entweder finden Sie wieder zueinander – oder Sie verstehen genau, warum es so nicht weitergehen kann. Beides ist ein Ergebnis.
Die einsame Insel
Stellen Sie sich einmal vor, alles fällt weg, was Sie zusammenhält, ohne Sie zu verbinden: Haus, Konto, Termine, Arbeit, sogar die Kinder. Sie sitzen zu zweit auf einer Insel.
Was hätten Sie sich zu sagen? Bei manchen Paaren kommt an dieser Stelle erst einmal wenig. Das ist unangenehm – und zugleich die ehrlichste Antwort, die diese Frage bekommen kann. Genau dort fängt die Arbeit an.
Was Sie gewinnen
Wie viel sich bewegt, hängt davon ab, was noch da ist. Was sich in einer Beratung aber fast immer klärt:
Nur wenn wir zusammen wachsen, können wir zusammenwachsen.
Jürgen Kühn
Der erste Schritt
Sie müssen niemanden mitbringen und nichts entscheiden. In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam an, was trägt und was fehlt – dazu gibt es bei mir vor Ort auch einen ausführlicheren Partnerschafts-Check, nur für Sie allein. Auf Wunsch geht das Gespräch auch bequem von zuhause aus, per Telefon oder Video. Melden Sie sich gern über das Kontaktformular.