Jürgen Kühn
Psychologe (M.Sc.)
Worum es geht
Solange im Leben alles einigermaßen glatt läuft, denkt kaum jemand über die eigene Entwicklung nach. Es funktioniert ja. Die Frage kommt meist erst, wenn etwas ins Rutschen gerät – nach einer Trennung, einer Krankheit, einem Bruch im Beruf. Oder ganz ohne Anlass, an einem gewöhnlichen Abend, wenn es still genug ist.
Dann stehen zwei Fragen im Raum, die eng zusammenhängen: Was kann ich tun, damit mir so etwas nicht noch einmal passiert? Und – war das jetzt alles? Beide Fragen sind unangenehm. Beide sind ein guter Anfang.
Persönlichkeits-Entwicklung heißt nicht, ein anderer Mensch zu werden. Es heißt, sich selbst genauer kennenzulernen: die eigenen Anlagen, Talente und Fähigkeiten, aber auch die Muster, die schon so lange mitlaufen, dass sie wie Charakter aussehen. Und dann selbst zu entscheiden, was davon bleiben darf.
Wer Sie geworden sind, war zu einem großen Teil Zufall. Wer Sie weiter werden, muss es nicht sein.
Erekennen Sie sich wieder ?
Die einen kommen, weil das Leben sie gerüttelt hat. Die anderen, weil etwas fehlt, das sie nicht benennen können. Der Weg dorthin ist verschieden – das Thema ist dasselbe.
Der Anstoß kam von außen
Der Anstoß kam von innen
Auf keiner dieser Fragen steht eine Diagnose. Es geht hier nicht um eine Störung, die behandelt werden muss, sondern um Entwicklung.
Wo alles anfängt
Die Ursache der meisten Belastungen liegt nicht in dem, was passiert, sondern in dem, was wir uns dazu denken. Zwei Gewohnheiten sind dabei besonders wirksam: zu viel zu denken – und negativ zu denken. Aus beidem entstehen mit der Zeit feste Denk-Muster, und aus den Denk-Mustern entstehen die Gefühle, unter denen man dann leidet. Nicht umgekehrt.
Wie stark Einstellungen wirken, zeigt sich am deutlichsten in der Placebo-Forschung: Menschen entwickeln körperliche Beschwerden, weil sie eine Nebenwirkung erwarten – und sie erholen sich, weil sie eine Behandlung für wirksam halten. Der Körper unterscheidet nicht zuverlässig zwischen dem, was ist, und dem, was er für wahr hält. Das gilt auch für das, was Sie über sich selbst denken.
Genau hier setzt Entwicklungsarbeit an. Nicht bei Vorsätzen und nicht bei mehr Disziplin, sondern eine Ebene tiefer: bei den Annahmen über sich und die Welt, die man nie bewusst gewählt hat und trotzdem jeden Tag benutzt.
Wie Sie mit sich selbst umgehen, bestimmt Ihre Lebensqualität.
Die stillen Sätze
Diese Sätze klingen nicht nach Hindernis. Sie klingen nach Nüchternheit, nach Realismus, nach Selbstkenntnis. Und genau deshalb werden sie selten hinterfragt:
„So bin ich eben."
„Dafür ist es jetzt zu spät."
„Das habe ich noch nie gekonnt."
„Anderen fällt das eben leichter."
„Erst muss sich etwas ändern, dann ich."
„Ich weiß doch selbst nicht, was ich will."
Jeder dieser Sätze schließt eine Tür, bevor jemand sie ausprobiert hat. Im Gespräch schauen wir uns an, woher sie kommen – und ob sie heute überhaupt noch stimmen. Erstaunlich oft stammen sie von jemand anderem.
Der blinde Fleck
Wir haben in der Schule Vokabeln gelernt, Gleichungen und Jahreszahlen. Niemand hat uns beigebracht, wie man mit Kränkung umgeht. Wie man Konflikte führt, ohne die Beziehung zu beschädigen. Wie man merkt, dass eine Entscheidung gegen die eigenen Bedürfnisse läuft. Und schon gar nicht, welche inneren Fähigkeiten wir überhaupt zur Verfügung haben.
Deshalb ist die erste Hälfte dieser Arbeit oft schlicht Bestandsaufnahme: Welche Anlagen sind da, aber unbenutzt? Welche Eigenschaften waren einmal nützlich und sind es heute nicht mehr? Warum sind Sie in bestimmten Momenten wirklich traurig, gereizt oder mutlos – und nicht nur, weil es gerade schlecht läuft? Wo das Thema stärker am eigenen Wert hängt, führt der Weg über die Seite: Selbstbewusster werden.
Die zweite Hälfte ist die angenehmere: entscheiden. Welche Eigenschaften wollen Sie ausbauen, welche seltener gebrauchen? Welche Träume und Sehnsüchte zählen wirklich? Und was heißt Lebensfreude eigentlich für Sie persönlich – nicht allgemein.
Man kann nur ablegen, was man vorher gesehen hat.
Mein Ansatz
Ich arbeite hauptsächlich im Gespräch. Das heißt: Wir tauschen uns darüber aus, was gerade ansteht, ich spiegele Ihnen zurück, was ich höre, und gebe Anregungen dazu. Ergänzend kommen Verfahren aus der praktischen Psychologie hinzu – eine Übersicht finden Sie auf der Seite: Meine Methoden. In vier Schritten:
Wir sehen uns an, welche Denk-Muster im Hintergrund laufen und woher sie stammen. Was einmal ausgesprochen ist, verliert einen guten Teil seiner Selbstverständlichkeit – und wird verhandelbar.
Statt an Schwächen zu feilen, arbeiten wir mit dem, was schon da ist. Vieles davon war lange ungenutzt – und wirkt genau deshalb am schnellsten.
Wie viel wovon Sie brauchen, finden wir gemeinsam heraus. Manche Themen sind nach wenigen Gesprächen geklärt, andere begleiten einen länger – Entwicklung hört ohnehin nicht auf, wenn der erste Schritt einmal getan ist.
Was Sie gewinnen
Entwicklung zahlt sich nicht in einem großen Moment aus, sondern in vielen kleinen – in denen Sie anders reagieren, als Sie es früher getan hätten:
Es geht nicht darum, ein anderer Mensch zu werden. Es geht darum, endlich der eigene zu sein.
Der erste Schritt
Es ist deutlich angenehmer, sich mit sich selbst zu beschäftigen, solange nichts brennt. Wer erst anfängt, wenn das Schicksal zuschlägt, arbeitet unter Druck – und Druck ist der schlechteste Ratgeber für große Fragen. Ein paar Zeilen über das Kontaktformular genügen für den Anfang. Wenn der Weg in die Praxis gerade nicht in Ihren Tag passt, beginnen wir per Telefon oder Video.